Trachtenkapelle Malta

Geschichte der Trachtenkapelle

Trachtenkapelle Malta im Jahr 1928

Trachtenkapelle Malta im Jahr 1928

Malta 1928: Zwölf junge, musikbegeisterte Burschen im Alter von 16 bis 19 Jahren fassten unter Führung des Schmiedemeisters Johann Verhovnik den Entschluss, eine Blaskapelle zu gründen.

Der Schmiedemeister Johann Verhovnik selbst übernahm die Bürgschaft über Schilling 3.600,–, um den Ankauf von Instrumenten bei der Firma Slatin in Villach zu ermöglichen.

Die musikalische Leitung und Ausbildung der jungen Musiker übernahm Herr Oberlehrer Ferdinand Schmid aus Malta. Nach eifrigem Lernen und vielen Proben gab es im Jahre 1932 den ersten öffentlichen Auftritt bei der Bauernehrung in Gmünd.

Dieser Auftritt brachte die erste Geldeinnahme in der Höhe von Schilling 350,–, welche vom Land Kärnten für die Mitwirkung bezahlt wurde.

 

Ein großer Gönner der Blasmusik war der Pfarrer Vacha von Malta. Erspendete der Blaskapelle den Betrag von S 300,–. Diese Beträge mögen heute bedeutungslos erscheinen, in der damaligen Zeit waren es aber bedeutende Summen.

In der Vereinsgeschichte ist daher der Todestag dieses Gönners besonders vermerkt. Er starb am 7.5.1934. Sein letzter Erdenweg war der erste Auftritt der Blaskapelle bei traurig – besinnlichen Anlässen.

 

In den folgenden Jahren war die Blaskapelle auch in der Lage, bei Festen zum Tanz aufzuspielen. Der Ausbruch des zweiten Weltkrieges ließ die Instrumente der Blaskapelle Malta für sieben Jahre verstummen. Drei Gründungsmitglieder kehrten nicht mehr in die Heimat zurück:

Hohenwarter Karl, Truskaller Franz und Verhovnik Johann jun.

 

Nach diesen Jahren der Stille übernahm im Jahre 1946 wieder Herr Oberlehrer Ferdinand Schmid die musikalische Leitung, als Obmann arbeitete Karl Feistritzer. Als zusätzlicher Kapellmeister konnten Herr Franz Ramsbacher aus Gmünd gewonnen werden. Die viele Arbeit trug wieder Früchte und das Können der Blaskapelle Malta stieg.

 

Am 14.5.1948 wurde in Malta die Dorfgemeinschaft gegründet. Die Blaskapelle trat als Mitglied bei.

Einen neuerlichen Rückschlag gab es durch den Tod des langjährigen musikalischen Leiters, Herrn Ferdinand Schmid. Er starb am 3.3.1955. Ei paar Wochen später, am 28.3. starb unser Gründungsmitglied und größter Gönner Johann Verhovnik.

Es folgten wieder schwierige Jahre, welche besonders durch den öfteren Wechsel des Kapellmeisters geprägt waren.

Da die Kapelle noch keine Tracht hatte und für die Anschaffung auch die finanziellen Mittel fehlten, wandten dich die Musiker an die Bevölkerung. Durch die große Spendenfreudigkeit der „Maltinger“ konnte die Summe für die Tracht aufgebracht werden. Beim „Bunten Abend“ am Silvester 1961 stellte sich die Kapelle als „Trachtenkapelle“ vor. Die Veranstaltung brachte guten Erfolg und mit den Reingewinn wurden die alten Instrumente repariert. Die Gemeinde unterstützte den Verein durch den Erlass aller Abgaben. Auch das Amt der Kärntner Landesregierung gewährte eine Subvention.

Im Jahre 1961 erfolgte auch der Beitritt zum Kärntner Blasmusikverband.

Mit dem aufblühen des Fremdenverkehrs in der Gemeinde Malta stiegen auch die Anforderungen an die Trachtenkapelle. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde wurde eine gedeihliche und die finanzielle Lage der Trachtenkapelle besserte sich.

 

Im Jahre 1964 erfolgte eine Einladung zum Münchner Oktoberfest. Die Mitwirkung beim großen Festumzug in München wurde allen Teilnehmern zu einem unvergesslichen Erlebnis.

 

Durch die Initiative des Obmannes Herrn Karl Feistritzer wurde der Ankauf neuer Instrumente angeregt. Es erfolgte die Umstellung von der hohen auf die Normalstimmung. Der Betrag von S 120.000,– konnte von der Kapelle selbst nicht aufgebracht werden. In großzügiger Weise gewährte Herr Dr. Zundel kostenlos ein Darlehen in der Höhe von S 80.000,–. Den Klang dieser neuen Instrumente konnte Karl Feistritzer nicht mehr erleben. Ein tragischer Arbeitsunfall beendete am 3.2.1971 das Leben unseres verdienstvollen Obmannes. Mit ihm verlor die Trachtenkapelle Malta einen wahren Idealisten der Blasmusik.

 

Die Trachtenkapelle Malta hat in den weiteren Jahren ihres Bestandes bei vielen Musikertreffen, Feierlichkeiten, Konzerten für den Fremdenverkehr und Anlässen, ob freudig oder traurig, mitgewirkt und so die Verbundenheit des Menschen mit der Musik kundgetan.